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"DER KLEINE PRINZ"

TANZTHEATER SCHLEBUSCH IN GREGOR SEYFFERTS INSZENIERUNG MIT DER STAATLICHEN BALLETTSCHULE BERLIN AUF DER FORUM-BÜHNE 

2005 brachte Gregor Seyffert & Compagnie in Kooperation mit dem Tanzforum Dessau sowie der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik Berlin ein großes Ballett nach dem berühmten Werk „Der kleine Prinz“ des französischen Piloten und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry auf die Bühne, das jetzt für einige Vorstellungen wieder aufgenommen wird und als einzige Vorstellung in Nordrhein-Westfalen am 7. Dezember nach Leverkusen kommt.

Eine Besonderheit bei diesem Gastspiel ist die Kooperation mit der KulturStadtLev und dem Tanztheater Schlebusch/STV 1881 e.V. Für zwei Szenen der Produktion, in denen tänzerisch geschulte Statisten gebraucht werden, studiert seit einiger Zeit das Tanztheater Schlebusch mit vierzehn ausgewählten Schülerinnen von 10 bis 23 Jahren unter der Leitung von Inge Weber-Hintzen und der Assistenz von Anna-Carolin Weber nach Vorgaben der Compagnie die Bewegungsabläufe der Szenen ein. Die Gruppe ist nicht nur hoch motiviert, sondern hat auch die wöchentliche Trainingszeit dafür verdreifacht.

ZUM PROJEKTVERLAUF 

Die zwei Szenen lagen als Videoaufzeichnungen dem Tanztheater Schlebusch vor und mit dieser Hilfe lernen die Tänzerinnen eine „außer Haus“ und für andere Tänzer choreographierte Szene, die sich durch eine spezifische Tanztechnik, den damit verbundenen Ausdruck und durch eine exakte Zeitlichkeit auszeichnet, auf ihr eigenes Bewegungspotential zu übertragen – eine große Herausforderung. Zwei Tage vor der Aufführung werden die ersten szenische Probe mit der Gregor Seyffert Compagnie im Forum Leverkusen stattfindet, die Trainingsleiter der Compagnie werden dann die Arbeit der jungen Tänzerinnen begutachten und es wird gemeinsam mit den Berlinern geprobt. Inge Weber-Hintzen sagte zu dieser Arbeit: „Die Zusammenarbeit mit einer professionellen Compagnie an einer Produktion ist für das junge Ensemble des Tanztheater Schlebusch sehr spannend und herausfordernd. Zwar verfügen einige Mitglieder bereits über reichlich Bühnenerfahrung, jedoch ist die Kooperation mit einer großen professio- nellen Compagnie eine Premiere für das junge Ensemble. Es ist für die ambitionierten Tänzerinnen eine tolle Chance, einmal zu erfahren, wie professionelle Compagnien Repertoire-Stücke wieder aufnehmen, wie differenziert die Probenarbeit über Video-Rekonstruktion und Notation verläuft und wie knapp die Probenzeit im Bühnentänzeralltag kalkuliert ist.“ 

  

FREISPIEL-FESTIVAL 2011 der KulturStadtLev 

Tanztheater Schlebusch feiert mit BODY POLITICS eine "fette" Premiere zur Eröffnung des Freispiel - Festival 2011

Leverkusen, den 18.Juni 2011 – 15 Tänzerinnen des Tanztheater Schlebusch eröffneten mit BODY POLITICS im ausverkauften Forum Leverkusen (Studio) das FREISPIEL-FESTIVAL 2011. Das Tanzstück BODY POLITICS, ein mehrteiliges Forschungsprojekt der Choreographin Anna-Carolin Weber, setzt sich mit dem Thema Körper und den Techniken, die den Körper organisieren und formen auseinander.

 
 Foto: Kurt Steinhausen

BODY POLITICS lässt sich mit "Körper Politiken" übersetzen und meint hier die Betrachtung des sich bewegenden Körpers unter dem Aspekt der Formung, Disziplinierung, Wahrnehmung sowie der Ordnung der Körper zueinander. Durch welche Konstruktionsmechanismen und Bedingungen entstehen unsere Vorstellungen und Bilder vom Körper? Was passiert mit unseren Vorstellungen über den Körper wenn dieser in groteske Positionen zu seiner räumlichen Umgebung gebracht wird, so z.B. in der Stuhl-Sequenz, wenn der Körper sich dem Möbelstück erst anpasst und die Einschränkung (Fixierung durch Klebeband) dann ästhetisch überwindet. Die Statik des Stuhls formt den Körper, er engt ihn ein und erweitert zugleich die Wahrnehmbarkeit des umfunktionierten Körpers, der plötzlich den Stuhl zu tragen scheint bzw. der Stuhl wirkt wie ein weiteres Körperteil.


Foto: Kurt Steinhausen

Im Verlauf von BODY POLITICS setzt sich das Ensemble intensiv mit der Beziehung des tanzenden Körpers, zu dem ihn dabei umgebenden Raum auseinander. Aber auch die Beziehung der Körper zueinander spielt eine große Rolle: So vermittelten die dichtgedrängt in einem Pulk langsam wandelnden Körper einen starke Verbundenheit, deren Fragilität durch das Herausfallen einzelner Körper immer wieder deutlich wird. Körper verausgaben sich im Laufen und Stürzen, sie werden gehoben, geschubst und ihre Merkmale und Makel laut benannt.

 
Foto: Kurt Steinhausen

Foto: Kurt Steinhausen 

In der Eingangssequenz wirkt der offene Bühnenraum auf den Körper ein, die Tänzerinnen haben sich liegend, stehend, sitzend der räumlichen Struktur angepasst, sie zeichnen durch ihr Körper markante Linien und Punkte des Raums nach. Im Anschluss daran bilden die Tänzerkörper - ausgehend von einem Menschenberg - eine raumergreifende Körperskulptur, die sich durch minmale Bewegungen, körpereigende Impulse und durch einen inneren Rhythmus der Berührung den Raum wie in einem langsamen Lavastrom erobert.


Foto: Kurt Steinhausen

In dynamischen Tanzsequenzen im II.Teil verdeutlichen Körper Sehnsucht und Trauer aber auch Aggression und Wut.

 
Foto: Kurt Steinhausen

 


Foto: Kurt Steinhausen

Zum Abschluss nehmen die Tänzerinnen ein Bad in zwei mit Farbe gefüllten Wannen und malen mit ihren Körpern ein großes Kunstwerk, in dem sie ihre Spuren auf einen großen, mit Zahlen beschrieben Tuch hinterlassen und durch ihre bemalten Körper Teil dieser Farbinstallation werden.Am 22. Juli werden Teile dieses getanzten Kunstwerks im Rahmen einer Performance der Choreographin Anna-Carolin Weber im Leverkusener Kunstverein versteigert.

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Beide Fotos: Kurt Steinhausen